Der Pädagogik-Grundkurs der Q1 belegte auf der bundesweit beachteten Pädagogik-Olympiade den ersten Platz in der Kategorie „Musisch-Ästhetisch“. Die Herausforderung war, die Frage „Wie wollen wir lernen?“ zu beantworten, wozu die Schülerinnen und Schüler sowohl eine Dystopie als auch Utopie schulischen Lernens entwarfen.
Ihr Ziel war jedoch nicht ausschließlich, die Frage zu beantworten, sondern während des Projektes so zu lernen, wie sie es selbst beschreiben – stärkenorientiert, individuell und trotzdem gemeinsam.
Diese Form der praktischen Anwendung spiegelt sich insbesondere in der Multimedialität, einer beeindruckenden Synthese der Unterrichtsfächer Kunst, Deutsch, Informatik und Pädagogik sowie den kooperativen Arbeitsformen des Projektes wider: So beantwortete Leni Steinforth die Frage mit zwei aussagekräftigen, zueinander in einem deutlichen Kontrast stehenden, selbstgemalten Bildern, die von allen Schülerinnen und Schülern bewundert und interpretiert wurden sowie den Ausgangspunkt für die poetisch angehauchten Texte bildeten. Da jedoch nicht jeder gerne liest und schreibt, entstand zusätzlich eine Audio-Version – eindrucksvoll eingesprochen von Nele Lenßen, Mariella Rudolph und Leni Steinforth. Zusätzlich entwickelte Wilhelm Alberding eine VR-Brillen-App, durch die ein weiterer, für alle sehr spannender Zugang zum Projekt entstand.
Ziel war, zu verdeutlichen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht in dem dystopisch dargestellten, einengenden, den Menschen zum Lernobjekt deklarierenden „Lerngefängnis der Zukunft“, in dem Noten das Einzige sind, was wichtig ist, lernen möchten. Vielmehr möchten sie in einer Welt lernen, in der Individualität wahrgenommen, Stärken gefördert und Lernen als gemeinsamer, partizipativer und demokratischer Prozess gelebt wird.
„Wir wollen zu einzigartigen Persönlichkeiten werden, die es schaffen, positiv und selbstbewusst in die Zukunft zu blicken und sich zutrauen, diese aktiv zu gestalten, für ein Leben in Frieden und Freiheit“
(Pädagogik GK des WJG: Dystopie und Utopie des Lernens).
Gleichzeitig verliert sich das Projekt nicht in den beiden Welten, sondern Anabel Sanzone, Raphael Prümen, Lena Nelißen und Wilhelm Alberding führten zwei Faktenchecks durch – zum einen in Form von bestehender Schulkritik, zum anderen durch die Herausarbeitung innovativer Ideen und Schulkonzepte.
Insgesamt stellte nicht nur die Kooperation der Schülerinnen und Schülern untereinander, sondern auch die Interaktionen zwischen den Schülerinnen und Schülern und ihrer Lehrerin Dr. Stephanie Trampler-Steigels, etwas ganz Besonders dar, da der dargestellte Wunsch nach Lehrerinnen Lehrern als Lernbegleiter/innen in der Praxis gelebt werden konnte.

Wilhelm Alberding, Leni Steinforth, Mariella Rudolph, Dr. Stephanie Trampler-Steigels, Professor Dr. Klaus Hurrelmann, Samanta Zuchmantowicz, Raphael Prümen, Nele Lenßen, Anabel Sanzone (v.l.n.r.)
Der Besuch der Pädagogik-Olympiade, unter der Leitung von Professor Dr. Ullrich Bauer, mit 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, im eindrucksvollen Audimax der Universität Bielefeld bildete den krönenden Abschluss eines intensiven, weit über den Unterricht hinausgehenden Arbeitsprozesses.
Am Vormittag standen verschiedene Vorträge – u.a. von Professor Dr. Klaus Hurrelmann – unter dem Leitthema „Wie muss Schule gestaltet sein, damit sie junge Menschen nicht nur unterrichtet, sondern stärkt“ im Zentrum der Olympiade. Ein erster, ganz besonderer Moment bestand darin, dass Lenis Bilder von Professorin Quenzel zur Veranschaulichung demokratischen Lernens, auf den riesengroßen Leinwänden des Audimax gezeigt und gewürdigt wurden.
Den Höhepunkt der Olympiade bildete jedoch die Preisverleihung am Nachmittag, auf der das Projekt mit einem ersten Platz eindrucksvoll ausgezeichnet und die Schülerinnen und Schülern, mit ihrer Lehrerin selbst auf der Bühne des Audimax standen und ihre Projektarbeit kommentierten und präsentierten.
Besonders gefreut haben wir uns über das würdigende Statement von Professor Dr. Klaus Hurrelmann, der den Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Unterrichtsinhalten bekannt ist und seit Jahrzehnten den Pädagogikunterricht an Schulen prägt:
„Das Projekt setzt sich mit dem dringendsten Thema auseinander, dass wir gegenwärtig an den Schulen haben: wie können Digitalisierung und künstliche Intelligenz klug und sinnvoll in das schulische Arbeiten einbezogen werden?
Dabei werden alle positiven und negativen Aspekte anschaulich herausgearbeitet und gegeneinander abgewogen. Das Ganze wird fachlich durch wissenschaftliche Studien sorgfältig abgesichert. Ein wirklich toller Beitrag!“
(Professor Dr. Klaus Hurrelmann)
